Auch für die DFL ist der Prozess zwischen der Premier League und QC Leisure von großer Bedeutung
1. Der europäische Gerichtshof entscheidet erst im Jahr 2010 über die Auslandsvermarktung von Fussball-Fernsehrechten. Grundsätzlich war der Termin für Dienstag den 08.12.2009 angesetzt, doch die Presseagentur dpa meldet nun, dass die Verhandlung erst im Jahr 2010 fortgesetzt werden soll.
2. Warum hat diese Entscheidung eine so große Bedeutung?
Beim Streit zwischen der Premier League und QC Leisure geht es um die Ausstrahlungsrechte im TV. Grundlage für die Entscheidung des EuGH ist das so genannte „Coditel“-Urteil aus dem Jahr 1980. Damals wurde entschieden, dass die Ausstrahlungsrechte auf einzelne Mitgliedstaaten begrenzt werden können. Fraglich ist, ob diese Regelung noch haltbar ist oder EU-weite Ausstrahlungsrechte gelten sollen.
Im vorliegenden Fall hatte ein Pub in England, um Kosten zu sparen, die Spiele der Premier-League über den griechischen Pay-TV Sender „Nova“ gezeigt und nicht über den sonst „üblichen“ englischen Pay-TV Sender „BSkyB“ empfangen. Die dafür notwendige Decoder-Karte bekam der Pub von QC Leisure.
3. Pro und Contra
Eine Öffnung durch eine mögliche EU weite Ausstrahlung wird von der EU-Medienkomissarin befürwortet. Sie spricht sich grundsätzlich gegen territoriale Grenzen bei TV Übertragungsrechten aus. Für den Verbraucher ermöglicht dies eine größere Anzahl von Sendern und ein größerer Konkurrenzkampf. Dies würde für den Verbraucher zu niedrigeren Preisen führen. Die DFL sähe eine solche Entscheidung eher skeptisch. Ihr würden Einnahmen in zweifacher Millionenhöhe wegfallen, die schwer verkraftbar wären.
Quelle: www.urheberrecht.org/news