Die Wahl ist vorbei, die Leute haben gewählt und die Etschediung, wer die nächsten vier Jahre in Deutschland den Kanzler oder die Kanzlerin stellt, steht fest. Aber im Wahlkampf haben alle versucht, egal auf welchem Weg auch immer, Stimmen zu bekommen. Die FDP wählte als letzten Akt den Weg des Internets. Am Ende verschickte sie noch schnell eine Massenmail. Das Thema der mail war: „Abschluss-E-mail des Bundesvorsitzenden.“ Aber an wen und wie wurde diese mail verschickt? Es verwunderte so manch einen, dass er zum Kreis der „Auserwählten“ gehörte, die diese mail empfangen durften. Vorher hatten sie keinerlei Kontakt zur FDP und nun wurden sie angeschrieben. Sie bekamen eine mail vom Marketing-Dienstleister Schober und SuperComm mit dem Absender „Guido Westerwelle“ oder „FDP Partei Information“. Doch wie konnte das passieren?
Als man daraufhin beim zuständigen liberal-Verlag nachfragte, wiesen diese die Verantwortung direkt von sich und eine Sprecherin verwies auf den Schober Verlag, der mit dem Versenden und der Auswahl der Adressen beauftragt worden war. Welche Adressen der Schober-Verlag gewählt hätte und ob er sich weitere Partner oder Dienstleister für dieses Unternehmen gesucht hat, sei alleinige Sache des Schober-Verlags gewesen. Der Schober-Verlag ist unter anderem Mitglied der Cetrified Senders Alliance des Verbandes der Deutschen Internetwirtschaft. SuperComm ist dies allerdings nicht. Vorteilhaft ist dies, da die eigenen Adressaten leichter zu erreichen sind. Allerdings gilt es auch gewisse Qualitätskriterien zu erfüllen. Warum dann solche mails an die newsletter Adresse des Heise-Verlags verschickt wurden, ist schon verwunderlich.
Es gingen ebenfalls diverse mails bei Web-Foren und auf Twitter ein, die sich über den Empfang der FDP-mail beschwert haben. Möchte man dann als Empfänger der mail die Quelle seiner Adressdaten erfahren, so gibt es nur sehr unzureichende Hinweise darauf. Eine Aussage war z. B.: "Diese E-Mail haben Sie erhalten, weil Sie an der LIFESTYLE-Konsumentenbefragung teilgenommen oder sich bei einem unserer Kooperationspartner angemeldet haben." Und: "Bei Fragen zu den beworbenen Produkten/Dienstleistungen" solle man "sich bitte direkt an den jeweiligen Anbieter" wenden. Ruft man dann zur Aufklärung einiger Fragen wiederum beim Anbieter, der FDP-Parteizentrale an, so wird man direkt wieder an Schober weitergeschickt, weil man ja selber nichts damit zu tun hätte! Die Datenschutzbeauftragte war dort allerdings wiederum nicht erreichbar. Die Lösung des Problems konnte also nicht erreicht werden. Aber immerhin wurde ja ein Formular zur Verfügung gestellt, falls ein Auskunftsverlangen besteht. Ja das besteht.
Die Wirkung der e-mail wird man nicht eindeutig feststellen können, geschadet hat sie der FDP kenesfalls, was man an ihrem gestrigen sehr guten Wahlergebnis ablesen kann, aber man sieht mal wieder wie durchlässig der Datenschutz ist und das selbst Parteien bei der Bundestagswahl den Datenschutz nicht so eng sehen Aber sie wollen ja auch nur unser Bestes!