AWD ihr "abhängiger" Berater? Das unabhängig musste gehen!
Man kennt die Finanzberater nur zu gut. Es gibt viele Unternehmen, die dem Kunden versprechen: "Bei uns werden sie unabhängig von einer bestimmten Versicherung beraten". Wenn dies so wäre, bringt dies dem Kunden den Vorteil, dass er aus dem großen Versicherungswald durch eine seriöse Beratung des Finanzberaters für seine Situation das beste Angebot rausgesucht bekommt und damit eine Menge Geld sparen kann. Das Konzept ist so gut wie anfällig. Auch den Versicherungsvertretern geht es darum Geld zu machen, daher ist eine unabhängige Beratung meist fraglich, da die Provisionen, die der Berater bekommt von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich hoch ist und daher die "bestprovisionierte" auch oftmals die beste für den Kunden ist.
1. Es ist ein Machtkampf der Finanzberater, der der Tochter Schweizer Versicherung "Swiss Life" ihren einprägenden Werbesolgan kosten könnte. Es war der Konkurrent DVAG der den Stein ins rollen gebracht hat und den Zusatz "unabhängig" bei AWD in Frage stellte. Das LG Hannover entschied in seinem Urteil (Az. 18 O 193/08) zugunsten der DVAG, so dass AWD nicht mehr mit dem Slogan "Ihr unabhängiger Finanzdienstleister" werben darf. Auch andere Werbebotschaften die überall zu sehen waren, dürfen nun nicht mehr benutzt werden.
2. Als Gründe führte das LG Hannover im Urteil an, dass aus wirtschaftlicher Sicht nun Swiss Life eine herrschende Stellung einnehmen könne und somit über das Unternehmen bstimmen könne. Es kommt dabei nicht auf die tatsächliche Einflussnahme an, die Möglichkeit zum durchregieren reicht aus, so das Gericht. Verstärkt wurde die Chance des Einflusses von Swiss Life Seite durch das ausscheiden von Carsten Maschmeyer, der AWD ursprünglich gegründet hatte. Als weiteren Grund sieht das Gericht eine unabhängige Beratung nicht als gegeben durch die Gesamtstruktur des Vetriebs. Innerhalb des Betriebs besteht eine gewisse Hierachie, die zwar typisch ist für einen Strukturvertrieb ist, aber dadurch werden auch die Ziele die der Vertrieb einfahren muss von obertster Ebene durchgegeben und müssen dann bis unten zum Berater am Kunden befolgt werden. Eine unabhängige Entscheidung des Beraters liege damit nicht mehr vor, viel mehr bestimmt ein kleiner Kreis von Personen an der Spitze, was, wie, wann verkauft werden muss, damit alle daran verdienen. Einen weiteren Anhaltspunkt dafür sah das Gericht darin, dass alle Finanzberater am Kunden das selbe Computerprogramm verwenden, welches den Berater beinflussend leitet bei seiner Beratung, eine freie unabhängige Entscheidung sei damit beim Berater nicht mehr möglich.