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eBay, Hood & Co  |  21. Oktober 2009  |  6 Kommentare  >>
eBay: Versandkosten zahlt ab sofort der Verkäufer, wenn sie nicht aussterben!

Es ist soweit, Verkäufer müssen nun die Versandkosten teilweise selber tragen und können sie nicht mehr auf den Käufer umlegen.
 
1. Die geänderten Allgemeinen Geschäftsbedingungen von eBay treten in Kraft und das bedeutet nicht für jeden etwas Gutes. Der Verkäufer muss nun bei eBay die Kosten für den Versand tragen, zumindest bei Büchern und Cds. Warum ändert eBay dies? Grund dafür ist die Kostenfalle für den Käufer. Teilweise wurden Produkte bei eBay angeboten und bei den Versandkosten wurde dann noch einmal etwas extra verdient. Wie ging das? Der Verkäufer gab aus Informationsgründen die von ihm für den Versand zu tragenden Kosten an. Diese wurden aber oftmals gar nicht bezahlt. In vielen Fällen kassierte der Verkäufer 3,9 € für ein Päckchen und verschickte die ganze Sendung dann als sogenannte Warenprobe für 0,85 €. Über drei Euro kamen so zusätzlich in die Kasse. Dieser Vorgehensweise möchte eBay durch die Neuregelung einen Riegel vorschieben. Aber ob dies funktioniert, ist sehr fraglich.
 
2. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein Buchverkauf nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Man stellt die Bücher für einen Euro Startpreis bei eBay ein und hofft auf einen zahlenden Abnehmer. Oftmals liegt der Verkaufspreis für gebrauchte Bücher dann bei dem einen Euro oder vielleicht mal bei 2 oder 3 Euro. Bietet man dazu einen fairen Versand an, so hat man einen riesigen Aufwand für einen Euro, weil das Paket verschickt sich leider nicht von selbst. Das einzige Trostpflaster ist, dass der ganze Euro bei einem bleibt, weil Verkäufe bei eBay mit einem Startpreis von einem Euro sind kostenfrei! Das ändert sich nun durch die neue Regelung!
 
3. Nach der neuen Regelung macht man nämlich unter Umständen beim Startpreis von einem Euro ein Verlustgeschäft. Geht das Buch für einen Euro weg, so muss man für diesen einen Euro auch die Versandkosten tragen und schon hat man nichts davon außer Arbeit. Startet man mit zwei Euro, damit man die Versandkosten gedeckt hat, so muss man eBay Gebühren von 0.45 € zahlen, macht also mit dem gesamten Arbeitsaufwand auch eher ein Verlustgeschäft. Da ist der Weg ins Altpapier noch der kostengünstigste für den Verkäufer! Diese Strategie von eBay vertreibt eher die Privatanbieter, die sonst ihr Buch angeboten hätten. Folge ist, die Angebotspalette wird kleiner, der Anreiz für die Käufer auch. Ich werde meine nicht verkauften Bücher nicht noch einmal bei eBay einstellen zum Verkauf, das Risiko ist zu hoch.
 
4. Fazit
Warum eBay diese Änderung durchgeführt hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Als Käufer erkennt man, ob der Verkäufer zu viel Versand verlangt, da das Buch, für das man sich interessiert, meist abgebildet ist und man erkennen kann, ob ein Versandpreis von 3,9 € (z. B.) zu hoch ist. Dann kann man den Dialog mit dem Verkäufer suchen oder einfach nicht bieten, beziehungsweise sein maximales Gebot um den erhöhten Versandkostenanteil senken. Verkauft der Anbieter das Buch nicht, so wird er seine Preispolitik meist überdenken. Die (ehrlichen) Verkäufer zu verjagen, durch Auferlegung der Versandkosten, halte ich für den falschen Weg. Andere Auktionshäuser wie hood.de werden dies mit Freude beobachten.

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kommentare

1. von Verkäufer am 21. Oktober 2009 | 12:51 Uhr

Warum Ebay das macht? Ist doch ganz klar. An den Versandkosten hat Ebay bisher keine Gebühren verdient. Der Verkäufer muss nun die Versandkosten in den Artikelpreis einrechnen - ergo steigt der Preis, auf den Ebay mehr Gebühren verlangen kann. Immer fragen: "Wer verdient daran?"

Noch mehr Nachteile für Kunden entstehen, wenn er mehrere Artikel bei einem Verkäufer kaufen möchte. Der Kunde zahlt dann X mal den Versand und Ebay kassiert X mal die höheren Gebühren. Das führt dann wieder zu einem existenzvernichtenden Preiskampf unter den Verkäufern. Ich glaube - Ebay wird bald aussterben.
2. von Paul am 21. Oktober 2009 | 12:59 Uhr

Warum Ebay das macht? Ist doch ganz klar.

An den Versandkosten hat Ebay bisher keine Gebühren verdient.

Der Verkäufer muss nun die Versandkosten in den Artikelpreis einrechnen - ergo steigt der Preis, auf den Ebay mehr Gebühren verlangen kann.

Immer fragen: "Wer verdient daran?"

Noch mehr Nachteile für Kunden entstehen, wenn er mehrere Artikel bei einem Verkäufer kaufen möchte.

Der Kunde zahlt dann X mal den Versand und Ebay kassiert X mal die höheren Gebühren.

Das führt dann wieder zu einem existenzvernichtenden Preiskampf unter den Verkäufern.

Ich glaube - Ebay wird bald aussterben.
3. von gonzo am 22. Oktober 2009 | 08:27 Uhr

Das glaube ich zwar nicht, aber es wäre extrem erfreulich.
4. von Daniel Gerwig am 22. Oktober 2009 | 20:53 Uhr

Ich hatte mich vor längerer Zeit mal bei tauschticket.de angemeldet. Ich glaube es wird Zeit, die Anmeldung zu nutzen!
5. von Raimund am 22. Oktober 2009 | 22:56 Uhr

Mir fiel das auch schon bei Elektroteilen im Sommer unangenehm auf. Dass es nun noch andere Kategorien betrifft, ist bedauerlich. Nicht nur, dass die effektiven Gebuehren steigen, jetzt muss ich bei einem Teil meiner Angebote umstaendlich die in den Startpreis eingerechneten Zusatzkosten fuer den internationalen Versand fairerweise wieder herausrechnen. Meine Motivation, mich nach alternativen Plattformen umzusehen, steigt gerade erheblich, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es welche mit aehnlichem internationalen Fokus gibt. Sehr aergerlich.
6. von Kand.in.Sky am 28. Oktober 2009 | 17:13 Uhr

Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein wenn Krauts darüber diskutieren wie man die Vorgaben von eBay (nacktsitzend mit Blumentopf auf dem Kopp) am einfachsten erfüllt..


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