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Medien und Telekommunikation  |  12. Oktober 2009  |  Keine Kommentare  >>
„De-Mail“, das digitale Einschreiben auf den Weg gebracht

Es geht um vertrauliche Daten. Diese sollen zukünftig auch sicher übers Internet verschickt werden können. Zweifel in der Bevölkerung sind groß, besonders in Zeiten von Phishing-Attacken. Aber auch die Erwartungen in dieses Projekt sind groß. In Friedrichshafen am Bodensee geht die sogenannte „De-Mail in die Testphase, das teilten das Bundesministerium und der Branchenverband Bitcom mit.
 
1. Voraussetzungen
Wer später einmal De-Mail nutzen will muss sich zuvor mit einem Ausweis identifizieren. Dabei wird bei der Anmeldung eine verschlüsselte Verbindung zum Server aufgebaut und der Absender durch eine digitale Signatur eindeutig identifiziert. Ähnlich ist dies momentan beim Online-Banking.
 
2. Durchführung
Die Handhabung ist für den Benutzer nicht schwer. Er schreibt seine e-mail wie gewohnt über einen E-Mail-Client wie z. B. Outlook von Microsoft, aber das De-Mail-System erkennt dann, ob es sich um eine gesicherte De-Mail Nachricht handelt, wenn der Absender eine De-Mail Adresse eingibt und baut dann eine gesicherte Verbindung zum De-Mail-Server auf. Damit eine solche gesicherte Verbindung aber aufgebaut werden kann, muss sich das E-Mail-Clientprogramm gegenüber dem Server authentifizieren. Dies geschieht über einen privaten digitalen Schlüssel, den der Nutzer nach der Identifizierung bei der ausgegebenen Stelle, erhält. Die Identifizierung läuft nach den altbekannten Verfahren, entweder durch Vorlage des Ausweises bei der ausgegebenen Stelle, per Post-Ident-Verfahren oder durch den geplanten digitalen Personalausweis. Auf Wunsch erhält der Absender wie beim herkömmlichen Einschreiben über den Postweg eine Bestätigung, die ebenfalls wie die Bestätigung per Postweg, juristische Beweiskraft haben soll. So ist dieser Weg genauso abgesichert, wie der des Postweges.
Geplant ist zusätzlich die Einrichtung eines zentralen Servers, auf dem die elektronischen Dokumente veränderungssicher gespeichert werden können. Dies soll weitere Sicherheit geben.
 
3. Noch keine gesetzliche Grundlage vorhanden
Dass bestimmte Sicherheitsstandards eingehalten werden, darüber wacht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Insgesamt wird das System als großer technischer Fortschritt gesehen. Es gibt kein vergleichbar sicheres Verfahren weltweit, so Bitcom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Allerdings fehlt noch ein wichtiger Schritt, bevor das System bundesweit eingeführt werden kann. Das dazugehörige Bürgerportal-Gesetz muss noch in Kraft treten. Dieses bildet die gesetzliche Grundlage für das Verfahren. Der schwarz-roten Regierung ist dies in der ihr gegebenen Zeit nicht mehr gelungen, daher muss nun schwarz-gelb zügig handeln, damit das Gesetz in Kraft tritt. Voraussichtlich wird das sichere E-Mail-Verfahren im Jahr 2010 eingeführt werden.
Offen ist noch, welche Kosten für diese verschlüsselte Bürgermail anfallen werden. Einzige Aussage, die hier getätigt wurde ist, dass das Verfahren zumindest günstiger sein wird, als das des Papierverkehrs. Die Post hatte ebenfalls angekündigt ein solches Verfahren, also den Online-Brief mit gleichen Sicherheitsmerkmalen, auf den Markt zu bringen. Auch sie strebt das Jahr 2010 an. Dies lässt einen Konkurrenzkampf voraussehen. Ob dies Auswirkungen auf die Preise hat, bleibt abzuwarten.


Quelle: tageschau.de

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