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Wettbewerbsrecht  |  10. Dezember 2008  |  Keine Kommentare  >>
Die irreführende Werbung mit dem Gründungsjahr!

1. Oftmals genießen Unternehmen bei Kunden ein größreres Ansehen, wenn es sich um ein sogenanntes „altes, vertrautes Unternehmen“ handelt. So betiteln die Kunden ein Unternehmen immer dann, wenn es schon lange auf dem Markt ist. Dann hat der Betrieb gezeigt, dass es sich auf dem Markt fest etabliert hat und schon mehreren Wirtschaftskriesen standhalten konnte. Dies hat für die Unternehmen einen positiven Effekt. Solche Untenehmen genießen ein viel höheres Ansehen beim Kunden und der Kunde ist eher bereit, dem Unternehmen sein Geld „anzuvertrauen“, als neuen Unternehmen auf dem Markt. Der Kunde hat weniger Angst um sein Geld, dass es auf einmal einfach „weg“ sein kann. Wenn man dann per Vorkasse bezahlt, verschwindet das Unternehmen nicht von heute auf morgen von der Bildfläche und ist mit Geld und Ware weg, so die Ansicht vieler Verbraucher.
 
2. Diesen Vorteil haben die Unternehmen nun zu Werbezwecken für sich entdeckt, um das Vertrauen der Kunden zu bekommen. Oftmals wird nun konkret mit dem Gründungsjahr des Unternehmens geworben, wenn dieses schon einige Jahrzehnte „auf dem Buckel“ hat.
 
3. Vor einiger Zei beschäftigte sich daher das OLG Jena mit der Frage, ob eine Werbung mit dem Gründungsjahr des Unternehmens wettbewerbswidrig ist und kam im Urteil vom 02.04.2008 – Az. 2 U 906/07 zum folgendem Ergebnis:
Nach Ansicht der Richter ist eine Werbung mit dem Gründungsjahr grundsätzlich nicht irreführend und stellt daher keinen Wettbewerbsverstoß dar. Voraussetzung ist die Werbung mit dem korrekten Gründungsjahr und dass eine „ausreichende Kontinuität der Unternehmensführung vorliegt“. Liegt einer dieser beiden Voraussetzungen nicht vor, so handelt es sich um eine irreführende Werbung gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 3 UWG und ist nach Angaben des OLG Jena wettbewerbswidrig. Das Gründungsjahr ist nach Angaben des Gerichts das Datum, in dem das Unternehmen seine wirtschaftliche Tätigkeit aufgenommen hat. Auch der Verkehr geht daher bei Angaben des Gründungsjahres davon aus, dass in diesem Zeitpunkt bereits eine wirtschaftliche Tätigkeit und Produktion im Unternehmen stattgefunden hat.
 
4. Somit ist Vorsicht geboten, wenn man mit langjähriger Marktpräsens und kontinuierlicher Unternehmensführung wirbt. Die Angaben sollte stets stimmen, da der Einfluss auf den Käufer als sehr hoch angesehen wird.



Quelle:
e-Recht 24

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